Welche Arten der Schulwegsicherung gibt es?

Schülerlotsen sind Pflichtschüler ab 10 Jahren, die beispielsweise jüngeren Schülern das überqueren von Straßen erleichtern. Der Verkehr darf nicht angehalten werden, sondern den Fahrzeuglenkern darf mit deutlichen Zeichen zu erkennen gegeben werden, dass die Schülerlotsen mit den Kindern die Fahrbahn queren wollen. Entsprechend große Zeitlücken im Fließverkehr sind vor dem Queren abzuwarten.

Schulwegpolizisten sind Personen über 18 Jahre, die bei der Schulwegsicherung mehr Aufgaben übernehmen dürfen. Durch deutlich erkennbare Zeichen mit einem Signalstab dürfen die Lenker von Fahrzeugen zum Anhalten aufgefordert werden, um Kindern das Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Die Fahrzeuglenker haben der Regelung Folge zu leisten.

Wie startet man ein Schulwegsicherungsprojekt?

  • Ausreichend Freiwillige finden! Zum Beispiel über die Elternvertretung und durch einen Elternbrief. Natürlich kann man auch andere Vereine in der Gemeinde ansprechen.
  • Tipp: Besonders auch die Großeltern einbinden!
  • Wann habe ich genug Helfer? Es können nie genug Freiwillige sein. Der Lotsendienst soll zu Schulbeginn und Schulende parat stehen. Bei jedem Wetter. Sollte ein Helfer ausfallen, so muss schnell Ersatz gefunden werden!

Freiwillige gefunden –wie geht’s weiter?

Infoabend veranstalten! Die Inhalte sollten folgende sein:

  • Aufgaben
  • Versicherung, kostenlos für alle Beteiligten
  • Ausrüstung
  • Ort der Ausübung
  • Zeitliche Einteilung
  • Wer wird informiert, wenn ein „Lotse" ausfällt,wer springt ein?
  • Immer Polizei hinzuziehen
  • Ist ein Schutzweg vorhanden?

Danach gibt es eine Begehung und Einschulung vor Ort durch die Polizei.

Nicht vergessen: Die Eltern informieren, ab wann es eine Schulwegsicherung gibt.

Gemeinsam mit den Kindern und der Schulwegsicherung soll vor Ort geübt werden.

Konsequenz ist wichtig!

Wird eine Schulwegsicherung eingerichtet, muss diese verlässlich ausgeführt werden. Bei plötzlichem Entfall wären die Kinder stark verunsichert und großen Gefahren ausgesetzt. Ersatzpersonen sollen nominiert werden.

Es ist nicht anzunehmen, dass Schulleitungen oder Gemeinden Personen zur Sicherung bestimmen oder die Sicherungstätigkeit kontrollieren. Daher soll die gesamte Organisation der Schulwegsicherung von den Eltern bzw. interessierten Personen durchgeführt werden. Insbesondere soll dabei festgelegt werden, welche Personen sichern, wie oft eine Person sichert und es sollen auch kurzfristige Vertretungen bestimmt werden (Einsatzplan)

Für die Erstellung und Umsetzung des Einsatzplanes (auch Kontrolle) sollen nicht mehr als zwei Personen verantwortlich sein. Damit nicht ein und dieselbe Person mehrmals in der Woche sichern muss und in Fällen von Krankheiten oder sonstigen Verhinderungen Vertretungen abrufbar sind, soll die Mannschaft der Schulwegsicherung aus 7 - 8 freiwilligen Personen bestehen.

Die Tätigkeit der Schulwegsicherung hat gesellschaftlich gesehen noch keinen allzu hohen Stellenwert. Für die Gesundheit unserer Kinder ist sie aber dennoch ungemein wichtig.

Es muss daher freiwillige Personen geben, die sich in die Öffentlichkeit stellen und noch dazu keine Bezahlung erwarten.

Welche Tätigkeiten dürfen ausgeführt werden?

Das Begleiten eines Kindes oder auch mehrerer Kinder bei der Querung von Fahrbannen ist jedermann erlaubt.

Welche rechtlichen Aspekte müssen beachtet werden?

  • Meldung bei der Behörde – das ist im Regelfalldie zuständige Bezirkshauptmannschaft. Dieseerteilt die Genehmigung und vergibt dazuformlose Ausweise. Die Ausweise werden beiSchülern in der Direktion verwahrt, Erwachsenekönnen diesen erhalten und mitführen. Vorsicht: bei Gemeindestraßen ist die Gemeindedie zuständige Behörde!
  • Meldung der betrauten Personen beim Landesschulrat NÖ, der die Schulwegsicherer versichert. UNBEDINGT BEACHTEN, wer nichtgemeldet ist, ist auch nicht versichert!

Was ist, Wenn bei meiner Tätigkeit etwas passiert?

Im Rahmen einer Unfallversicherung sind die Schülerlotsen und Schulwegpolizisten bei der Tätigkeit selbst und beim Weg von und zur Tätigkeit unfallversichert. Ebenso besteht eine Haftpflichtversicherung für die Tätigkeit der Sicherung. Die Prämien für beide Versicherungen übernimmt das Land Niederösterreich.

Welche Ausrüstung bekommen die Schulwegsicherer?

Die Ausrüstung wird zur Verfügung gestellt und besteht aus:

  • Signalstab
  • Mantel oder Weste mit Reflektoren
  • Kappe

Was kann man abseits der klassischen Schulwegsicherung unternehmen?

Eltern begleiten die Kinder zu Fuß in die Schule, wobei die Kinder immer an den gleichen Stellen abgeholt werden, also zur Gruppe dazu stoßen. Die Treffpunkte sind die „Pedibus Haltestellen".

Große helfen Kleinen

Ältere Schüler gehen mit jüngeren Schülerinnen und Schülern zur Schule und begleiten diese. Die Begleitung kann bei zunehmender Selbständigkeit der jüngeren Kinder eingestellt werden.

Schülerlotsenversicherung der NÖ Versicherung

Pol.Nr.: 7.217.719

1. Leistungen
Die Leistungen der Versicherung richten sich nach Festlegung durch den Sachverständigen der NÖ Versicherung. Die Leistungshöhe kann daher nicht vorher genannt werden.

 

2. Mailnahmen der/des Geschädigten oder dessen gesetzliche/r Vertreter/in:
Die/Der geschädigte soll bitte auf keinen Fall direkt mit der Versicherung verhandeln, mit ihr korrespondieren oder dort Ansprüche auf Leistungen stellen.

 

2a Meldung an das NÖ Landesjugendreferat
Tel.: 02742/9005, DW 13370
Das NÖ Landesjugendreferat übermittelt an die/den Antragsteller/in ein Schadensformular.

 

2b Rücksendung/Übermittlung folgender Unterlagen an das NÖ Landesjugendreferat:

• vollständig ausgefülltes „Schadensformular"
Ausnahme: Bitte die Spalte Versicherungsnehmer nicht ausfüllen!

Kopie eines Protokolls der Exekutive über den Schadensfall
(falls eines erstellt wurde)

• eine Bestätigung der Schulleitung, für die der Lotsendienst
(Schulwegsicherung) durchgeführt wird.

 

3. Maßnahmen des NÖ Landesjugendreferat:
Es sendet alle Unterlagen an die NÖ Versicherung.

 

4. Die NÖ Versicherung wird einen Beitrag an die geschädigten Personen anweisen
(siehe Punkt 1 über Leistungen zur Versicherung).